29
Sep
2004

Geister aus der Vergangenheit

Man hat es nicht leicht - zumindest behaupte ich das jetzt mal ganz schamlos. Da lässt man sich trotz allem dann doch überreden, abends in die große Stadt zu gehen, landet dann irgendwann in einer Diskothek. Soweit nichts schlimmes, das darf ja ruhig auch mal sein. Das Publikum ist auch relativ ansprechend, alles eigentlich im grünen Bereich.

Und dann plötzlich steht sie da unter einem der Lichtkegel, tanzt in einer Gruppe von Freunden so vor sich hin. Sie, die einem mal so wichtig war, die man so zwingend gebraucht hat. Sie, die einen abends um den Schlaf gebracht hat, man lag wach und dachte nur noch an sie, weil sie so bezaubernd ist, so wunderschön, so unglaublich charmant, witzig und intelligent. Eine echte Traumfrau eben. Und wie das mit Traumfrauen so ist, sie bleiben halt doch meistens eher ein Traum. Man wird geduldet, sicher auch gemocht, aber das will man dann ja eigentlich auch nicht.
Zwei lange Jahre quälte sie mich, ohne es zu wissen. Jedes Lächeln war gleichzeitig so wunderschön und so schmerzend. Weil es einfach so klar war, dass es nie so sein würde, wie ich es mir so dringend wünschte.

Das ist jetzt alles sehr lange her, seit dem ist viel Wasser den Rhein herabgeflossen. Inzwischen bin ich in festen Händen, Händen, die zu einer Traumfrau gehören, die kein Traum geblieben ist. Hände, die ich nicht missen möchte, Hände, für die ich alles in meiner Macht stehendes machen würde, Hände, deren Besitzerin einfach das beste und wunderbarste ist, was mir je passiert ist.
Aber das nützt dann doch alles in diesem einen Moment nicht, in dem das wandernde Auge in einer kleinen Disko sie nach langen Jahren wieder erblickt. Wenn alles plötzlich wieder da ist, die ganze Bewunderung für diese Frau, der ganze Schmerz, die ganzen Gefühle. Und dann steht man da, versucht locker zu bleiben und ist dann doch froh, wenn sich der Abend so langsam dem Ende nähert.

Und dann die ganze Nacht dann die Überlegungen, ob es richtig war, die Geister der Vergangenheit einfach ruhen zu lassen oder ob es nicht doch besser gewesen wäre, mich ihnen zu stellen und mit ihr zu reden.

28
Sep
2004

Achja.

Und wer sich wundert, dass ich hier arbeite und hier studiere - es geht ganz gut, das beides gleichzeitig zu machen.

WG

Wohngemeinschaft - was ein schreckliches Wort. Aber als Student hat man ja oft keine andere Wahl. So wohnt nun also auch der Beo in einer WG, in der zweiten sogar.

Dabei bin ich doch nun wirklich kein WG-tauglicher Mensch, ganz im Gegenteil. Ich bin ein fürchterlich unsozialer Wohner. Ich koche aus Prinzip nur dann, wenn sich niemand sonst in der Küche aufhält - und das ist nun wirklich unglaublich schwer in einer WG. Ich drehe schon leicht am Rad, wenn ich nicht zu jeder beliebigen Zeit in's Bad kann. Ich kann es nicht haben, wenn ich nach dem Aufstehen aus meinem Zimmer über den Flur zur Toilette schlurfe und der Rest der Bewohner leicht entsetzt aus der Küche starrt.

Das ganze wäre natürlich noch etwas leichter für mich zu ertragen, wenn ich irgendwie einen Hass oder einen Groll gegen meine Mitbewohner hätte. Das habe ich nun aber in dieser WG nicht. Ich mag die eigentlich alle ganz gerne, nur Küche und Bad möchte ich trotzdem nicht mit ihnen teilen. Das hat auch keine Sauberkeitsgründe, es ist immer alles sauber, da wir alle immer hinter uns aufräumen und putzen.
Ich habe einfach diesen Drang nach einem Zuhause, in dem ich machen kann, was ich will. Und sei es nackt durch den Flur springen und dabei zu singen.

27
Sep
2004

Unmögliche Urlaubszeiten

Eins der Probleme unserer Zeit sind doch diese Menschen, die im Sommer erstmal nicht in den Urlaub fahren. Die nehmen dann gerne mal zu unmöglichen Zeiten eine Woche frei - zum Beispiel diese jetzt.
Als Mitglied der arbeitenden Bevölkerung mit bereits verbrachtem Urlaub steht man dann vor dem Problem, dass eben diese in ihrer freien Zeit etwas erleben möchten. An sich ja nichts verwerfliches, aber wenn dann noch dazu kommt, dass eine dieser Personen männlicher Single ist und meint, in dieser Woche seine glorreichen Jugendtage mit durchgemachten Nächten auf der Pirsch durch die Lokalitäten des Ortes wieder aufleben zu lassen, dann hört irgendwann der Spaß auf.

Komm schon, Beo, heute abend ziehen wir um die Häuser, ganz wie früher, erinnerst Du Dich?

Ja, ich erinnere mich. So gut war es nun auch wieder nicht, vielen Dank und ich muss morgen früh raus.

Man wird halt doch spießig mit der Zeit.

26
Sep
2004

...

Immer wieder gerne gesehen: von sich selbst in der dritten Person sprechen.

Der Beo geht jetzt in's Bett.

24
Sep
2004

...

Kennt nicht jeder diese leicht mysteriösen Typen, die nicht wirklich gut aussehen, sich schlecht kleiden, einen langweiligen Beruf ausüben, eigentlich kein Geld haben und trotzdem immer mit den gutaussehenden und coolen Menschen zu sehen sind? Jede soziale Gruppe scheint eine solche Person zu besitzen, die aus unerfindlichen Gründen immer irgendwie dabei ist, ohne dass von außen ersichtlich ist, warum.

Guten Tag, mein Name ist Beo und ich bin einer von ihnen. Willkommen auf meinem Weblog.
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Beo, Beo

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